Die Welt erkunden
Protagonisten · The Witcher 3: Wild Hunt Remastered
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Otrygg an Hindar, Enkel und Erbe von Jarl Donar, war der jüngste unter den Thronanwärtern von Skellige. Er träumte von Heldentaten und waghalsigen Plünderfahrten, die er eines Tages anführen würde.

Cirilla Fiona Elen Riannon - was kann ich über sie sagen? Dass ihr Spitzname Ciri ist, dass sie 1251 geboren wurde, dass sie aschblondes Haar und eine Narbe auf der Wange hat? Das ist alles wahr, und das ist die Cirilla, die ich am besten kenne, die ich vor all den Jahren zum ersten Mal sah und die ... nun, zwar nicht ganz normal erscheint, aber gewiss nicht so außergewöhnlich, wie sie ist. Denn Cirilla ist auch eine ausgezeichnete Hexerin, Erbin mehrerer Throne, die letzte Trägerin des Älteren Bluts, eine mächtige Quelle mit außergewöhnlichen magischen Talenten und die Herrin der Zeiten und Welten. Angesichts dessen scheinen Details wie ihre Haarfarbe und ihr Geburtsdatum doch recht nebensächlich. Ich könnte auch erzählen, dass sie Geralts Adoptivtochter ist - aber das wäre grob vereinfachend. Ciri ist viel mehr. Sie ist sein Schicksal, sein Überraschungskind, mit den unauflöslichsten Fesseln des Schicksals an den Hexer gebunden. Nach uralter Hexertradition brachte Geralt Ciri nach Kaer Morhen, als sie in seine Obhut kam. Dort unterwiesen er und Vesemir sie in der Kunst des professionellen Monstertötens. Zu dieser Zeit offenbarten sich ihre magischen Talente, und es wurde klar, dass Ciri eine Quelle war. Ciris Gabe erwies sich ebenso sehr als Fluch. Sie würde eines Tages der Grund sein, dass sie sich vor der Welt würde verstecken müssen - auch vor Geralt.

Geralt und ich hatten schon lange gewusst, dass Chappelle, der Statthalter für Sicherheitsfragen im Namen der Kirche des Ewigen Feuers, schon vor Jahren gestorben war und ein Doppler seine Position übernommen hatte. Natürlich hatten wir niemandem ein Sterbenswörtchen davon erzählt, denn der Wechsel war eindeutig im Interesse aller. Der Doppler war ein vernünftiger Mann ohne die rohe Grausamkeit des echten Chappelle und unter seiner Aufsicht hatte sich das Leben in der Stadt sehr verbessert. Traurigerweise muss der versöhnliche Ton des Statthalters angesichts der Terror- und Verfolgungswelle in Novigrad Verdacht erregt haben. Der Doppler wurde entlarvt, festgenommen und zur Ehre des Ewigen Feuers auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Als sich die Nachricht über den Anmarsch der nilfgaardischen Armee verbreitete, packten die Adeligen aller Ränge und Orden hastig ihr Silber ein und flohen so schnell wie möglich an einen sicheren Ort, wobei sie keinen Gedanken daran verschwendeten, ihr Land zu verteidigen, und es stattdessen auf Gedeih und Verderb den Eindringlingen überließen. Graf Vserad war da keine Ausnahme. Der Magnat hatte Velen hauptsächlich von seinem Sitz in Krähenfels aus regiert, bevor er mit seiner Familie in einem Turm auf der Reuseninsel Zuflucht suchte. Allerdings war er dort nicht wie erhofft in Sicherheit und das Massaker, bei dem er seinen Tod fand, wurde zum Ursprung zahlreicher Gerüchte und Legenden.

Baronin Maria Louisa la Valette war zu ihrer Zeit das Gesprächsthema schlechthin in Temerien. Diese Adelige war die Geliebte von König Foltest gewesen und hatte ihm sogar zwei uneheliche Kinder geschenkt. Dies führte zu einem Skandal und einige adelige Familien griffen zu den Waffen, um einen Aufstand anzuzetteln, der aber von den Männern des Königs brutal niedergeschlagen wurde. Burg La Valette wurde nach einer hart umkämpfen Belagerung vom König erobert.

Geralts Begegnung mit dem Verrückten, der ein großes Schiff baute, während er sich mit den abgeschnittenen Köpfen seiner ehemaligen Besatzung unterhielt, war - vorsichtig ausgedrückt - ein ungewöhnliches Erlebnis.

Als die Kinder auf der Lichtung im Sumpf Geralt zum ersten Mal von Hansi erzählten, hatte der Hexer allen Grund anzunehmen, dass es eine solche Person nicht gab. Es war kaum zu glauben, dass jemand an einem so unwirtlichen Ort wohnen konnte, ohne sofort von Ertrunkenen oder Wasserweibern gefressen zu werden. Deshalb hielt Geralt Hansi lediglich für die Erfindung von kindlichen Phantasien, für einen imaginären Freund der einsamen Waisen. Allerdings wusste er aus jahrelanger Erfahrung, dass er keine noch so kleine Spur ignorieren durfte, deshalb machte er sich im nahe gelegenen Sumpf auf die Suche nach Hansi.

Wie der Vater, so der Sohn - dieses Sprichwort passt bei Crach und seinem Erstgeborenen wie die Faust aufs Auge. Der junge Hjalmar geriet in Statur und Wesen ganz nach seinem Vater - und viele sahen bereits voraus, dass er seinen Erzeuger in Sachen Ruhm und Ehre überflügeln würde. Breitschultrig und geschickt im Umgang mit dem Schwert, besaß er alle Voraussetzungen, ein großer Krieger zu werden. Seine Ausstrahlung und sein Hang zu beinahe schon tollkühnen Bravourstücken bedeuteten, dass er die Herzen der siegeshungrigen Jugend aller Clans von Skellige berühren konnte.

Der grimmige Jarl von Faroe schuldete seinen Spitznamen der dunklen Färbung von Hand und Unterarm durch Erfrierungen, die er erlitten hatte, als sein Langschiff bei einem absonderlichen Schneesturm im Herbst auf Grund gelaufen war. Sogar nach den Standards auf Skellige, wo Plünderungen quasi zum Erwachsenwerden gehören, galt Holger als brutaler Seeräuber. Dies war gewiss der Tatsache geschuldet, dass er die Dörfer und Schiffe gegnerischer Skellige-Clans genauso erbarmungslos überfiel wie die Küstensiedlungen von Cidaris, Novigrad und Nilfgaard.

Graham war ein einfacher Fischer aus einem noch einfacheren Dorf namens Erzdorf, doch die Rolle, die er bei den dortigen Ereignissen spielte, war alles andere als klein. Die Reuseninsel, der Turm, der Fluch - er spielte bei allem eine wichtige Rolle. Geralt hatte durch Anabelle von den tiefen Gefühlen erfahren, welche die beiden füreinander empfunden hatten, doch der Rest ihrer tragischen Geschichte kam erst später ans Licht ...

Zunächst hielt Geralt nicht viel von dem missgestalteten Zwerg, den er am Hof des Blutigen Barons vorfand. Als er jedoch erfuhr, dass ein ähnlich deformiertes Wesen in genau dem Boot in Skellige gestrandet war, in dem kurz zuvor Ciri und ihr mysteriöser Begleiter davongesegelt waren, stellte der Hexer den Zusammenhang her. Es war klar, dass der ungestalte Fleischberg der Schlüssel war, um Ciri zu finden.

Der Einsiedler, der auf der Insel im Lac Célavy lebte, wurde zum Wächter über die Fünf wichtigsten Tugenden. Dieser rechtschaffene Mann wachte über die Felsen, in die diese Tugenden eingraviert worden waren, und erlegte jedem Ritter, der vorbeikam, eine Prüfung auf, in der sie zeigen sollten, dass sie die Tugenden verkörperten. Als der Hexer auf die Insel kam und den Einsiedler traf, war ihm, als wäre dies nicht ihre erste Begegnung. Erst später sollte er erfahren, wie Recht er hatte.

Geralt hatte nicht erwartet, den ehemaligen temerischen Spion Bernard Ducat unter solchen Umständen wiederzusehen. Die beiden kannten sich schon seit den Zeiten, in denen Ducat in Gestalt des Hehlers Thaler eine Spionageoperation im Tempelbezirk von Wyzima durchgeführt hatte. Thaler der Hehler war für seine ungehobelten Manieren und seine farbenfrohe Ausdrucksweise bekannt. Seit diesen Zeiten hatte sich zwar vieles geändert, aber Schuster Holzschuh, wie Ducat sich jetzt nannte, war genauso roh und vulgär, wie Thaler es gewesen war. Seine genaue Rolle beim Angriff auf Radovid war unklar. Angesichts seiner Erfahrung und Professionalität war auch kaum zu erwarten, dass er diese Informationen enthüllen würde - auch keinem alten Freund.

Angesichts der Tatsache wie Spionageabteilungen jeder Couleur funktionieren, war "Hendrik" zweifelsohne nicht sein richtiger Name. Allerdings war das die einzige Bezeichnung, die der Hexer für den Spürhund Seiner Kaiserlichen Majestät in Velen kannte. Nach einigem Herumfragen erfuhr Geralt, dass "Hendrik" in Heidfelde lebte.

Der Teufel Fugas hatte beim Muhmensabbat eine äußerst begehrte und wichtige Position inne: Ihm oblag die Entscheidung, wer Zutritt zum Gipfel erhielt. Er war vollkommen anders als Torque, der seltsame aber letztlich harmlose "Deibel", dem Geralt und ich einige Jahre zuvor begegnet waren. Fugas war so groß wie ein riesenhafter Troll und auch sein Mangel an Geschick stand dem eines Trolls in nichts nach. Dieser "Teufel" war weder ein bösartiger Kobold noch wusste er klug mit Worten umzugehen. Stattdessen tat er seine Pflicht mit der Leidenschaft und der Kälte eines Novigrader Türstehers. Der Versuch, Geralt aufzuhalten, jedoch erwies sich als Fugas' dümmste und zugleich letzte Idee, die nicht nur seiner blühenden Karriere bei den Muhmen, sondern auch seinem Leben ein jähes Ende bereitete.

Die meisten Druiden in Skellige haben nichts mit dem tief verwurzelten Klischee eines graubärtigen alten Mannes in weißer Robe zu tun, der sich vor heiligen Eichen verbeugt, Wyvern zähmt und die örtlichen Machthaber drängt, der Liste geschützter Monster eine weitere Art hinzuzufügen, wie es auf dem Festland gepflegt wird. Mäussack, Geralts alter Bekannter, war in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Dieser langbärtige, spindeldürre Mann war der Anführer des Druidenkreises von Skellige. Zur gleichen Zeit beriet er den Jarl Crach an Craite in magischen und mystischen Fragen und stand ihm auch bei anderen Themen mit Rat und Tat zur Seite, wobei er von ihm ein überlegteres Handeln verlangte als einen gut platzierten Haken oder eine gut geschwungene Axt. Mäussack war bekannt für seinen Starrsinn und eine für einen Skelliger seltene Neigung, alle möglichen Folgen einer Handlung zu bedenken. Das wiederum bedeutete, dass ein Gespräch mit ihm einige Zeit und Geduld in Anspruch nahm.

Das Wesen, welches in Umas gemarterter Hülle gefangen gehalten wurde, war ein mächtiger Wissender der Aen Elle namens Avallac'h. Geralt hatte schon vor Jahren die Freude gehabt, ihn kennenzulernen. Und schon damals hatte Avallac'h intensives, fast schon verstörendes Interesse am Älteren Blut und an dessen Trägerin Ciri gezeigt. Seine Motive waren unklar, und er hatte sich auch nicht sonderlich angestrengt, sie Geralt zu erklären. Geralt hatte bis jetzt keine Ahnung, was Ciri und den Elfen verband. Avallac'h hatte Ciri zweifellos geholfen und sie mehrfach vor der Wilden Jagd gerettet - aber warum? Leider waren auch jetzt wieder keine Antworten auf die Fragen zu erwarten, die Geralt unter den Nägeln brannten, da der Wissende dem Tode nahe war. Allerdings brachte er die Kraft auf, eine wesentliche Information weiterzugeben: Ciris Aufenthaltsort.

Die Welle religiös und rassistisch motivierter Morde, die im Frühling 1272 über Novigrad hinwegfegte, trug sich in der Amtszeit Hubert Rejks zu, des Leichenbeschauers der städtischen Leichenhalle. Reijk war entsprechend überarbeitet und musste zudem noch die Anfeindungen seines Vorgesetzten Hochwürden Nathaniel ertragen. Daher überrascht es wohl nicht, dass er bei der ersten Begegnung mit Geralt recht unangenehm und sarkastisch wirkte. Es war außerdem offensichtlich, dass es zwischen ihm und Joachim von Gratz böses Blut gab. Auch dieser Umstand trug nicht zur Verbesserung der recht steifen Atmosphäre in der Leichenhalle bei. Dennoch: Als Hubert den Grund für Geralts unerwarteten Besuch erfuhr, stellte er klar, dass der Hexer und Joachim auf seine Hilfe zählen konnten.

Sogar nach den Maßstäben der Skelliger, denen Tapferkeit über alles geht, war Vigis Furchtlosigkeit mehr als nur Mut - sie war eine Spielart selbstmörderischen Irrsinns. Der Krieger vom Clan Tordarroch hatte das Recht angestrebt, sich Vigi der Furchtlose zu nennen. Aber als seine Aktionen ihm den Spitznamen "Vigi der Spinner" einbrachten, schien ihn das auch nicht zu stören. Es war Vigi gewesen, der in seiner Gier nach Ruhm und seinem Bestreben, seine Heimatinsel vor dem Eisriesen zu retten, Hjalmar überredet hatte, die Reise nach Undvik zu wagen. Viele Mitglieder dieser Mannschaft starben bei der Expedition, und Vigi fand sich im Käfig des Eisriesen wieder.

Sylvia Anna ... ein wunderschöner Name, nicht wahr? Doch das ist keine Überraschung, denn so heißt die Tochter eines Herzogs und die Schwester einer Herzogin. Nur war das Schicksal Syannas, wie sie ihre Liebsten nannten, nicht so schön, wie man von einem so wohlgeborenen Mädchen vermutet hätte - obgleich, wie sich herausstellte, sie in Wahrheit eher zu einer Unzeit geboren wurde. Sie kam während einer Sonnenfinsternis zur Welt und fiel daher der Hysterie zum Opfer, die rund um den Fluch der Schwarzen Sonne herrschte. Dieser sollte angeblich kleine Mädchen aus Herrscherfamilien befallen, die unter ähnlichen Umständen geboren wurden. Obwohl Geralt ernste Zweifel daran hegte, dass dieser Fluch wahrhaftig existierte, behaupteten viele, dass er grauenhafte Mutationen hervorrief, die seine Träger mit Grausamkeit erfüllte - und mit dem Wunsch, zu töten. Syannas Eltern gehörten scheinbar eindeutig zu jenen, die an die Wirkung dieses Fluchs glaubten, denn sie hielten sie für zu gefährlich, um am Hof zu bleiben, und zwangen sie dazu, ins Exil zu gehen. Und so floh Syanna nach Nazair und war schon nach kurzer Zeit wie vom Erdboden verschluckt.

Ves war eine Offiziersveteranin der Blauen Streifen und vielleicht die einzige Überlebende aus Roches ehemaliger Division. Nachdem die Blauen Streifen dezimiert und versprengt worden waren, blieb sie bei ihrem Kommandanten und setzte mit ihm den scheinbar aussichtslosen Kampf für die Freiheit Temeriens fort. Ves war energiegeladen und zäh. Wo immer sie auftauchte, machte sie mit ihren Armbrust- und Schwertkunstfähigkeiten Eindruck, mit denen sich keiner der Männer in ihrer Division hatte messen können.

Carduin von Kovir war ein wohlhabendes, einflussreiches Mitglied des Rats der Zauberer, das die Herrscher des Nordens kannten und respektierten. Nach dem Ende des Rats durch den Umsturz auf der Insel Thanedd scheute Carduin keinen Aufwand, die hart erarbeitete Position seiner Bruderschaft zurückzuerobern. Dies war auch der Grund, warum er am schicksalhaften Gipfel in Loc Muinne teilnahm. Auf diesem Gipfel waren die Handvoll Magier, die den Rat wiedereinsetzen wollten, gezwungen, den Schutz König Radovids anzunehmen. Danach fand Carduin sich an der Leine des Königs wieder. Er war den Launen eines verrückten Herrschers ausgeliefert, dem er nicht aus Respekt diente, sondern aus Angst. Doch der Stolz des Magiers zwang ihn, eine tapfere Miene zu machen und die Karten auszuspielen, die das Schicksal ihm zugedacht hatte.

Auf der Soiree der Mandragora traf Geralt auf Orianna, eine von vielen Künstlern vor Ort geschätzte Mäzenin. Diese Frau hatte etwas an sich, das bei den meisten in ihrer Gegenwart ein Gefühl des Unbehagens auslöste. Sie konnte die eiserne Disziplin des Hexers nicht durchbrechen, doch sie machte auf ihn nicht den Eindruck einer gewöhnlichen Aristokratin - und sein Eindruck täuschte ihn nur selten.

Geralt traf im obersten Zimmer des Geisterturms auf der Reuseninsel auf den Geist dieser jungen Frau. Sie erzählte ihm, dass sie die Tochter des hiesigen Grafen sei. Als wütende Bauern den Turm gestürmt hatten, hatte sie Angst, ihrer Ehre beraubt zu werden, sollte sie lebendig gefunden werden. Deshalb hatte sie einen Zaubertrank eingenommen, der sie in eine todesähnliche Starre versetzte. Nach ihrem Erwachen lag sie inmitten der Leichen ihrer Familie und Bediensteten ... und konnte sich nicht bewegen. Mit hilflosem Entsetzen musste sie zusehen, wie die Ratten, die sich zuvor an den Leichen der anderen gelabt hatten, auch an ihr zu knabbern begannen. Dieser grausame Tod muss einen Fluch auf sie und den Turm gelegt haben, da ihr Geist seitdem in rastloser Qual im Turm umhergeirrt war. Geralt suchte in seinem reichen Erfahrungsschatz an Flüchen nach einer Lösung. Da er von Anabelle erfahren hatte, dass sie einen einfachen Fischer namens Graham geliebt hatte, war er sich sicher, dass das Band der wahren Liebe die Rettung der beiden jungen Seelen sein könnte.

Miltons Mörder erwies sich als äußerst flink. Trotz jahrelanger Hexererfahrung war Geralt kaum in der Lage, mit ihm mitzuhalten. Schnell bemerkte Geralt, dass der Mörder ebenso schlau wie flink war, als er ein altes Lagerhaus betrat, wo ihm der Mörder in eine Falle stellte. So sah sich Geralt zum ersten Mal dem Biest von Beauclair von Angesicht zu Angesicht gegenüber - und stellte fest, dass es sich um einen höheren Vampir namens Dettlaff handelte. Sofort entbrannte ein Kampf, der für den Hexer hätte sehr schlimm enden können, wäre er nicht gerade noch rechtzeitig von seinem alten Freund Regis gerettet worden, der dem Kampf ein Ende setzte. Danach floh Dettlaff als Nebelwölkchen ...

Ein Pferd ist für einen Hexer mehr als nur ein Fortbewegungsmittel - da braucht man bloß einen Banditen zu fragen, der im Kampf einen gut gezielten Huftritt an den Schädel abbekommen hat. Außerdem haben viele Hexer die Angewohnheit, ihre laufenden Verträge mit ihrem Pferd von Punkt für Punkt durchzusprechen, während sie in den Sternenhimmel über der Straße starren. Natürlich würden das nur die wenigsten zugeben. Geralt nannte sein Pferd Plötze, obgleich niemand so recht wusste, warum und was Geralt mit diesem Namen bezwecken wollte. Wenn man ihn danach fragte, wich Geralt der Frage aus oder gab eine unzureichende Antwort. Vielleicht war es einfach das erste Wort, das ihm in den Sinn gekommen war. Was Plötze anging, so schien sie den Namen ohne Vorbehalte anzunehmen. Geralt wurde jedes Mal fuchsteufelswild und fluchte wie ein Rohrspatz, wenn Plötze mitten im Kampf mal wieder in Panik verfiel und ihn kurzerhand aus dem Sattel warf, aber auch wenn sie in vollem Galopp auf dem Weg zu einem wichtigen Ziel mit einem Mal die Richtung änderte. Doch in Wahrheit hing Geralt sehr an ihr und hätte sie niemals gegen ein anderes Pferd eingetauscht. Nicht mal gegen eins, das sich nicht von leicht zu überwindenden Hindernissen wie einem niedrigen Zaun oder einem querliegenden Baumstamm abhalten lassen würde, zu ihm zu kommen, wenn er es riefe. Nicht mal gegen eins, dass manchmal auf rätselhafte Weise tanzend auf dem Dach eines Bauernhofs endete. "Tja", würde Geralt mit einem Schulterzucken sagen, "das Pferd eines Hexers ist eben nicht normal. Der ständige Kontakt mit magischen Tränken und Zeichen hinterlässt nun mal seine Spuren."

Die Sagen der Skellige sind voller Lobeshymnen auf Kriegsführer und tapfere Kriegshelden vergangener Zeitalter, doch die Sage von Crach, Jarl der an Craites und Herr von Kaer Trolde, wird sie alle überstrahlen. Sie wird von seiner Stärke, seinem Mut, seiner Weisheit, seiner Barmherzigkeit, seiner Treue gegenüber Verbündeten sowie seiner Unerbittlichkeit gegenüber seinen Feinden erzählen. Sie wird sicherlich auch einige Übertreibungen enthalten, denn Crach, der mächtigste Jarl von Skellige, besaß tatsächlich alle Eigenschaften eines wahren Helden. Sein Name ließ seine Feinde erzittern - in Nilfgaard wurde damit sogar kleinen Kindern Angst eingejagt und jeder dort sprach in flüsterndem Ton von dem berüchtigten Tirth ys Muire, dem Wildschwein der Meere, das bei seinen ebenso zahlreichen wie grausigen Überfällen ganze Küstenstriche in Schutt und Asche legte. Geralt hatte Crach schon seit langer Zeit gekannt, schon seit Crach, damals noch ein junger Mann, um die Hand der jungen Pavetta anhielt, Ciris Mutter.

Der junge Schuhputzer, dessen Namen Geralt nie erfuhr, war ein äußerst charmanter Spitzbube - ein vorlauter, liebenswürdiger Junge von der Straße. Und obendrein bewies er einen außergewöhnlichen Geschäftssinn, der ihn des Öfteren in Schwierigkeiten brachte. Geralt rettete ihn einmal vor einer Gruppe von Männern, die kurz davor waren, ihm eine gehörige Tracht Prügel zu verpassen. Der Schuhputzer hatte natürlich seinen Teil dazu beigetragen, da er sein dreckiges Putzwasser Tag für Tag genau vor ihrem Laden ausgekippt hatte, damit die Leute mit ihren Stiefeln und Schuhen hineintreten und dann zu ihm kommen würden, um sich die Schuhe wieder sauber machen zu lassen.

Barnabas-Basilius Faulty, Verwalter von Corvo Bianco, war der Inbegriff eines Ehrenmanns. Er hatte sein ganzes Leben lang ausgewählten Adeligen gedient - beispielsweise der Kniebilie-Familie oder Admiral Rompalli. Es kamen für ihn keine Arbeitgeber in Frage, die seine persönliche Würde schmälerten. Da Barnabas-Basilius sich noch an die Zeiten von Monsieur Bolius und Baron Rossell erinnerte, war er ein unerschöpflicher Quell von Anekdoten über die Vergangenheit des Weinguts. Er kannte jedes Geheimnis von Corvo Bianco wie seine Westentasche. Als hervorragender Verwalter wusste er mannigfachen Rat, was die Modernisierung und Führung des Weinguts betraf. Geralt hätte sich keinen besseren Helfer wünschen können. Man könnte sogar sagen, dass Anna Henrietta dem Hexer mit diesem hervorragenden Haushofmeister von Corvo Bianco das schönste Geschenk gemacht hatte, denn ein Haus ohne Pflege ist kein Heim.

Um in eine Schatzkammer einzubrechen, müssen armierte Türen aufgebrochen und große Beutemengen fortgeschleppt werden. Vor allem jedoch muss man erst mal in das Gebäude gelangen. Hierbei konnte Geralt die Hilfe einer gewissen Eveline Gallo gebrauchen, einer Artistin, die im ganzen Norden berühmt war und ihre erstaunlichen Talente auch zu ungesetzlichen Zwecken benutzte ...

Geralt zerbrach sich den Kopf, wie er den Spiegelmeister besiegen konnte. Da kam ihm Shani zur Hilfe. Sie kannte einen Professor aus der Akademie von Oxenfurt, der sich lange Jahre mit dem intensiven Studium aller möglichen Manifestationen von Schwarzmagie beschäftigt hatte und vermutlich Rat wissen würde. Leider hatten die Hexenjäger beschlossen, das Wissen des Professors ausschließlich für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, und ließen sein Haus bewachen. Offiziell war er ein freier Mann, tatsächlich jedoch durfte er ohne Erlaubnis das Haus nicht verlassen.

Geralt war genauso erstaunt wie ich, und ihr solltet es auch sein, als er hörte, dass die Gesellschaft der höheren Vampire auf einer strengen Hierarchie basiert, die dem Alter folgt: Je älter der Vampir, desto gewichtiger ist sein Wort und desto höher fällt die Strafe aus, wenn jemand gegen seinen Willen verstößt. In Beauclair lebte ein sehr alter Vampir in der Höhle, in der er nach der Sphärenkonjunktion gelandet war. Geralt und Regis beschlossen, ihn aufzusuchen, um mit seiner Hilfe Dettlaff zu finden. Das einzige Problem bestand nur darin, dass ältere Vampire Gesellschaft ... wie soll ich sagen ... nicht wirklich zugetan waren. Dieser spezielle Vampir hatte eine solche tiefe Abscheu gegen Besucher, dass Regis bereits beim Gedanken daran zitterte, seine Ruhe zu stören. Geralt musste eine schwierige Entscheidung treffen: Sollte er riskieren, ins Reich des Unsichtbaren vorzudringen oder sollte er versuchen, Syanna zu finden?

Im Zuge einer Reihe merkwürdiger Ereignisse fand Geralt sich am Raub im Auktionshaus der Borsodys in Oxenfurt beteiligt. Wie es dazu kam, ist eine faszinierende Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Konzentrieren wir uns hier auf einige Fakten: Es war die Aufgabe des Hexers, einen Trupp aus professionellen Dieben und Einbruchskünstlern zusammenzustellen. Zu den Kandidaten gehörte auch ein gewisser Casimir Bassi, ein Sprengstoffexperte, der in den Minen von Mahakam reichlich Erfahrung gesammelt hatte ...

Die Zwerge betätigen sich im Bankgeschäft, seit der legendäre König Desmond von Temerien noch ein kleiner Rotzlöffel in kurzen Hosen war, der mehr "Mammalade" aufs Brot wollte. Seitdem haben die berühmten Zwergenfamilien des Bankgewerbes, die Giancardis, Vivaldis und Cianfanellis, ihre Dienste stetig erweitert und in allen größeren Städten des Nordens Zweigstellen eröffnet. Vimme Vivaldi trug die Fackel seiner ehrwürdigen Tradition in die moderne Zeit und vergrößerte die Niederlassung in Novigrad, bis sie die größte Bank der Stadt war. Geralt und ich kannten ihn zu Beginn unserer Geschichte seit einem Dutzend Jahren persönlich und hatten seine Ehrlichkeit wie seine Erfahrung in Finanzdingen stets geschätzt. Letztere bewies er zu Zeiten unserer Geschichte ein weiteres Mal, da seine Bank auch angesichts zunehmender Unterdrückung der Anderlinge profitabel blieb.

Philippa Eilhart, einstige Beraterin von König Vizimir II. dem Gerechten, Mitglied des Magierrats und später Gründerin der Zauberinnenloge, hatte in der Weltgeschichte eine ebenso gewichtige Rolle gespielt wie in Geralts Leben. Sie war zweifellos talentiert, doch es war auch nicht zu leugnen, dass sie hinterhältig und krankhaft ehrgeizig war. Vertrauenswürdige Berichte legten nahe, dass sie in den Tod Vizimirs II. verwickelt gewesen war, und als Mitglied der Loge hatte sie noch mit zwei weiteren Königsmorden zu tun gehabt: dem Mord an Demawend von Aedirn und dem an Foltest von Temerien. Aus diesem Grund wurde das einstige "Juwel vom Hofe Dreibergs" jetzt sowohl von nördlichen als auch von nilfgaardischen Spezialverbänden gesucht.

Wie es häufig bei Beschwörern, Wahrsagern, Heilern und anderen spitzfindigen Bewohnern auf dem Land der Fall ist, war der Waideler von Schwarzzweig ein geheimnisvoller Mann, um den sich unzählige Gerüchte und Legenden rankten. Einige besagten, er könne mit den Toten reden, andere, dass er mit Gräbern vertraut sei, da er als junger Mann während eines Wutanfalls seinem Vater eine Axt in den Kopf gejagt hätte. Andere wiederum behaupten, er hätte eine unangemessene Vorliebe für Stalltiere. Diese ganzen Gerüchte sorgten unter den Bauern im abgeschiedenen Velen für große Angst und Respekt und der Waideler unternahm nichts, um sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Hochwürden Nathaniel, Aufseher der städtischen Leichenhalle und Kleriker des Ewigen Feuers, war ein Mann mit üblem Charakter und bewegter Vergangenheit. Ehe er die Kutte angelegt hatte, war er jahrelang als Folterer der Stadt tätig gewesen. Es wäre wohl schwierig, jemanden zu finden, der sich weniger zum Geistlichen eignete als ein ehemaliger Henker, aber wie sagt man so schön - in Novigrad ist alles möglich.

Eskel und Geralt waren in mancherlei Hinsicht wie Brüder. Sie waren gleich alt und kannten sich seit jenen frühen Kindertagen, als sie auf Kaer Morhen ihre Holzschwerter geschwungen hatten. Sie hatten vieles gemeinsam durchgemacht: die erste Selektionsrunde, die mörderischen Mutationen, die Kräuterprobe und die Spur, jenen teuflischen Hinderniskurs der Hexer. Außerdem hatten sie mehr als einmal wegen kindischer Streiche ihre Strafe kassiert. Als Erwachsene gingen sie getrennte Wege, verbrachten jedoch fast jeden Winter gemeinsam auf Kaer Morhen, um das Ende der Kälte abzuwarten, auf ihre Erfolge anzustoßen und gefallener Kollegen zu gedenken. Eskels Ruf hatte zwar nicht den Donnerhall von Geralts Ruf, doch Eskel war so erfahren wie der Weiße Wolf und führte seine Aufträge sorgfältig und effizient aus. Auf seinen Jagden war er dem Tod viele Male um Haaresbreite entronnen. Eine Ironie des Schicksals dann, dass die Narbe auf seinem Gesicht nicht von einer Monsterklaue stammte, sondern von der Klinge Deidre Ademeyns, seines Überraschungskinds.

Dieser Elf der Aen Elle war einer von Eredins Beratern und aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten ein wichtiger Offizier der Wilden Jagd. Da er in der Lage war, arkane Magie zu wirken, führte Caranthir die Reiter der Jagd auf geheimnisvollen Pfaden durch Zeit und Raum, um in andere Welten zu gelangen. Außerdem beherrschte er auch unmittelbarere Formen des Transports wie die Teleportation, von der er während des Angriffs auf Kaer Morhen mehrfach Gebrauch machte.

Auberon Muircetach, auch als König der Älteren bekannt, war der Regent des fernen Landes Tir ná Lia - jener Welt, in der Avallac'h und die Wilde Jagd zu Hause sind. Eredin Bréacc Glas vergiftete ihn und erklärte sich dann selbst zum König. Auberon war zum Zeitpunkt seines Todes nach über sechshundertfünfzig Lebensjahren erschöpft und verbittert.

Geralt verfolgte Ritter Miltons Mörder mit wilder Entschlossenheit. Diese Jagd endete damit, dass Geralt einem sehr gefährlichen Feind gegenüberstand: Der Mörder führte Geralt zu einem alten Lagerhaus, wo er ihn in einen Falle lockte. Ein bitterer Kampf entbrannte, bei dem Geralt im entscheidenden Moment von Regis gerettet wurde, einem höheren Vampir und einem alten Freund. Hier sollte ich erklären, dass Regis vor Jahren zu Geralts Mitreisenden zählte - ich gehörte ebenfalls dazu - und mit uns gemeinsam aufbrach und nach Ciri suchte. Gemeinsam bestanden wir viele faszinierende Abenteuer und Regis erwies sich als loyaler Freund, dem man sein Leben anvertrauen kann. Traurigerweise endete diese Expedition für Regis auf tragische Weise. Er wurde von Vilgefortz getötet und von ihm blieb nur noch ein nasser Fleck übrig. Deshalb war der Hexer äußerst erstaunt, seinen alten Freund wiederzusehen - schließlich war Regis damals vor seinen Augen gestorben. Aber schließlich war dies nicht Regis' "letzter" Tod und auch nicht sein erster gewesen. Als junger Mann war Regis ein Freigeist gewesen und hatte dem zügellosen Bluttrinken gefrönt. Sein Lebensstil führte dazu, dass er von verärgerten Dorfbewohnern abgeschlachtet wurde. Er brauchte fünfzig Jahre, um sich davon zu erholen - was für einen Unsterblichen jedoch so gut wie keine Zeit ist. Als er sich vollständig erholt hatte, hörte er für immer mit dem Bluttrinken auf. Jahrelang hatten wir gedacht, er wäre für immer von uns gegangen. Doch nun stand er im Lagerhaus am Hafen vor Geralt. Regis erklärte, dass er sich wieder erholt hätte und nach Toussaint gekommen war, um Dettlaff, einen Freund, zu suchen. Das waren die dramatischen Umstände, die Regis und Geralt in Beauclair erneut zusammenführten. Sie konnten ihr Wiedersehen jedoch nicht lange genießen, denn sie hörten, wie sich weitere Personen näherten. Da Regis ein Zusammentreffen mit aufgebrachten Menschen vermeiden wollte, verabredeten sie sich zu einem Treffen auf dem Friedhof, wo sich Regis vorübergehend häuslich niedergelassen hatte.

Intelligent, gefasst und mit einer enormen Ausstrahlung gesegnet, genoss Ge'els den Respekt und das Vertrauen der Bewohner der Welt von Aen Elle sowie ihres vormaligen Herrschers, Auberon Muircetach. Aus diesem Grund behielt Ge'els nach Eredins Machtübernahme nicht nur seinen hohen Posten, sondern wurde auch zu einem der mächtigsten Verbündeten des neuen Königs, indem er die Rolle des Vizekönigs ausfüllte, während Eredin an der Spitze der Wilden Jagd reiste. Obgleich Ge'els einer der einflussreichsten Aen Elle war, hatte er niemals von Macht geträumt. Laut Avallac'h waren seine Loyalität und sein Rechtsbewusstssein Schwächen, die sich ausnutzen ließen - möglicherweise, um den Ausgang der letzten Schlacht entscheidend zu beeinflussen.

Geralt hat schon manch absurde Aufgabe übernommen, die nichts mit dem Töten von Monstern zu tun hatte. Das Rekrutieren des Trupps für den Einbruch in das Auktionshaus der Borsodys war jedoch besonders ungewöhnlich. Zu den zwielichtigen Gestalten, die dem Hexer als geeignet empfohlen worden waren, gehörte auch Quinto, der berühmteste Panzerknacker nördlich der Jaruga.

Es kann schwierig sein, als Herrscherin den Respekt von Rittern und Kriegern zu erlangen, die an Zügel der Macht in weiblichen Händen nicht gewöhnt sind. Es kommt erschwerend hinzu, wenn man so wie Birna, Witwe König Brans von Skellige, voller Verachtung für die eigenen Landsleute und deren Gebräuche ist - auch wenn diese Einstellung angesichts der Tatsache einleuchten mag, dass die Gebräuche von Birna verlangt hätten, sich auf den Begräbnisscheiterhaufen ihres Gatten zu werfen. Gerechtfertigt oder nicht - Birnas Ansinnen, die uralten Traditionen von Skellige umzugestalten, brachte die Jarls gegen sie auf und schmälerte ihre Chancen, dass man sich einst als erfolgreiche, geachtete Herrscherin wie Calanthe von Cintra oder Meve von Lyrien an sie erinnern würde.

Lambert war der jüngste und vielleicht auch der letzte Hexer Kaer Morhens. Er hatte seine Fähigkeiten immer wieder unter Beweis gestellt und von Poviss bis Toussaint beachtliche Monster erlegt. Ferner hatte er sich den Ruf erworben, arrogant und mit sardonischem Humor gesegnet zu sein. Seine groben, vielleicht sogar übertrieben rauen Manieren brachten bisweilen selbst seine Hexerkollegen der Wolfsschule gegen ihn auf. Doch welche Schwächen er auch haben mochte, selbstredend hätte Lambert für seine Gefährten den Feuern jeder Hölle getrotzt.

Die als Brauerin bekannte Muhme war die mittlere der drei dämonischen Schwestern, was das Alter anging, doch körperlich war sie die größte. Die Brauerin kannte sich angeblich meisterlich mit magischen Mixturen aus, und man munkelte, dass sie über ein Dutzend Rezepte für Menschensuppe hatte.

In Kriegszeiten trifft man viele Leute, die ein grausames Schicksal erlitten haben. Geralt war daher nicht schockiert, als er in den Sümpfen von Velen auf eine Frau stieß, die von den Kindern in ihrer Obhut Oma genannt wurde und offensichtlich Fürchterliches mitgemacht hatte. Welche Schatten auch auf ihr lasteten, um die Waisen kümmerte sie sich liebevoll und sorgsam.

Geralt hatte schon viele missliche Lagen überwunden, manchmal allein, manchmal mit der Hilfe anderer. Eine der seltsamsten Hilfen erhielt er vom Spiegelmeister. Der Hexer befand sich als Gefangener auf einem Schiff nach Ophir, und am Ziel wartete der Galgen auf ihn, als plötzlich der Spiegelmeister erschien und den Hexer an ihre erste Begegnung erinnerte: Er hatte Geralt geholfen, Yennefer in Weißgarten zu finden. Auch jetzt bot er ihm wieder seine Hilfe an - doch nicht kostenlos. Als Gegenleistung für die Befreiung vom Schiff verlangte er von Geralt ein Treffen an einer bestimmten Kreuzung. Als der Hexer einwilligte, erschien ein merkwürdiges Mal auf seinem Gesicht. Es war, als hätte der Spiegelmeister ein Siegel zur Bekräftigung eines Pakts hinterlassen. Später sollte sich herausstellen, dass genau dies der Fall gewesen war.

Bei seiner ersten Begegnung mit "Baron" Phillip Strenger überraschten Geralt die zahlreichen Widersprüche des Mannes. Der ehemalige temerische Soldat war ein Wendehals, der nach der krachenden Niederlage seiner Armee den nilfgaardischen Besatzern gedient und mit ihnen verhandelt hatte. Die örtlichen Bauern nannten ihn den "Blutigen Baron", was nahelegte, dass er seine Vasallen nicht gerade mit Samthandschuhen anfasste. Andererseits war er überraschend gastfreundlich einem unerwarteten Besucher gegenüber, den er nicht kannte und der zudem ein professioneller Monsterschlächter war.

Als Geralt Olgierd von Everec aufsuchte, um dessen dritten und letzten Wunsch zu hören, erfuhr er, dass der raubeinige Ataman einst verheiratet gewesen war. Irgendwann hatte er seiner Frau jedoch eine lilafarbene Rose als Abschiedsgeschenk gegeben und sie verlassen. Geralts Aufgabe war es nun, diese Rose irgendwo im verlassenen Anwesen der von Everecs zu finden. Als er dort eintraf, fand er heraus, dass das Anwesen von einer bösen Erscheinung heimgesucht wurde. Diese war an Olgierds Frau Iris gebunden, die vor Jahren vor Einsamkeit gestorben war. Das Haus wurde nun durch ihren Zorn und Kummer mit böser Energie gefüllt.

Irina Renardes große Erfahrung in den darstellenden Künsten hatte sie nicht nur zur inoffiziellen Anführerin der als Füchse bekannten Schauspieltruppe gemacht, sondern sie war gleichzeitig auch die beste Schauspielerin der Truppe. Die talentierte Künstlerin war für ihre brillanten Auftritte als Hauptdarstellerin in Komödien und Tragödien bekannt. Durch ihre Auftritte in namhaften Stücken wie "Die Liebe in Zeiten der Verachtung", "Der Barbier von Kovir" und "Sieben Bräute für sieben Kaiser" war sie selbst denjenigen ein Begriff, die nur wenig Interesse für Kultur und Kunst bekundeten.

Geralt war der Dame vom See zum ersten Mal auf seiner Suche nach dem Diebesgut aus Kaer Morhen begegnet, die ihn in ein Dorf namens Trübwasser führte. Dort lebte ein geheimnisvolles Weib im gleichnamigen trüben See und wachte über das Dorf am Ufer. Die Dorfbewohner verehrten ihre Wächterin im Wasser so sehr, dass man ein Monument zu ihren Ehren errichtete. Die Dame vom See hatte einst zahlreiche Ritter in ihren Diensten, doch sie alle waren auf Feldzügen in fernen Landen gefallen, wie es tapfere Ritter nun mal zu tun pflegen. So lebte sie in beinahe vollkommener Abgeschiedenheit und war daher froh über Geralts Gesellschaft, da sie den Hexer sehr schätzte und respektierte. Einmal hatte der Hexer geglaubt, die Dame vom See wäre eine Art lokale Göttin, doch ihr Wiedersehen am Lac Célavy machte ihm klar, dass sie nicht nur in Trübwasser lebte. Stattdessen ist die Dame vom See an jedem Ort zu Hause, an dem Ehre und Ritterlichkeit groß geschrieben werden.

Jarl Udalryk war, milde formuliert, eine rätselhafte Figur. Eine mysteriöse Krankheit umgab ihn und veranlasste andere, seine Gesellschaft zu meiden.

Ich darf davon ausgehen, dass der werte Leser zu weltgewandt ist, als dass die Vorstellung meiner bescheidenen Person sowie der Rolle, die ich in der folgenden Geschichte spiele, noch erforderlich wäre - daher werde ich sie aus reiner Gründlichkeit sowie für den Fall vornehmen, dass der Leser aus fernen Weltgegenden stammt, in die mein Ruf noch nicht vorgedrungen ist. Jahrgang 1229, begnadeter Poet und Barde, Absolvent der Akademie zu Oxenfurt, etablierter Hofkünstler, unübertroffener Liebhaber, von Damen in aller Welt angebetet, zäher Verhandler, vorzüglicher Redner ... dies ist das Bild Rittersporns, das üblicherweise aus den Berichten jener erwächst, die ihn kennen. Es ist natürlich geringfügig geschönt. Ich selbst sehe mich eher als demütigen Künstler und Diener der Muse, der beträchtliche Teile seines umfangreichen Werks der Tatsache schuldet, dass er ein enger Freund und unerschütterlicher Gefährte des Hexers Geralt war, ist und immer sein wird. Als gewissenhafter Chronist widme ich das vorliegende Werk Geralts Schicksal.

Als Poet und Romantiker habe ich die körperlichen und geistigen Reize so mancher Dame in blumigen Versen verewigt. Doch wann immer ich versuche, Priscillas Lob zu singen, bleiben mir - so unglaublich es klingen mag - die Worte im Halse stecken. Alle geschmeidigen Wendungen wirken neben ihrer natürlichen Schönheit, ihrem Talent, ihrer Empfindsamkeit und ihrem Intellekt nur künstlich und hohl. Priscilla oder Callonetta - unter diesem Künstlernamen hatte sie sich ihr erhebliches Ansehen erarbeitet - befand sich zu Beginn unserer Geschichte auf der letzten Station einer triumphalen Tournee, die sie an die luxuriösen Höfe von Lan Exeter und Pont Vanis, dann nach Dreiberg und Caelf und schließlich nach Novigrad geführt hatte.

Auf der Suche nach der lilafarbenen Rose, die Olgierd seiner Frau gegeben hatte, gelangte Geralt zum verlassenen Familiensitz derer von Everec - nun ein Hort seltsamer bis grässlicher Kreaturen. Unter diesen waren auch eine schwarze Katze und ein schwarzer Hund, die zwar sprechen konnten, aber doch recht wenig über sich erzählten. Geralt nahm an, dass sie Dämonen aus einer anderen Sphäre waren, die durch schwarze Magie herbeigerufen und in Tierkörpern gefangen waren, um Iris von Everec zu dienen. Das rätselhafte Duo hoffte, dass Geralt ihm Freiheit verschaffen würde. Freilich hatte der Hexer keine Ahnung, wie er das anstellen sollte.

Der Name des Königs der Wilden Jagd, des Herrn der Albträume, des Wesens hinter der grässlichen Maske blieb lange unbekannt. Mit der Zeit aber fügten sich bruchstückhafte Hinweise zu einem vollständigen Bild unseres Feindes, doch das Grauen, für das er stand, konnte das nicht mindern. Einst war die Wilde Jagd eine der besten Kavalleriebrigaden der Aen Elle, des Erlenvolks. Ihr Anführer war der vom Ehrgeiz zerfressene, unbarmherzige König Eredin Bréacc Glas, der über geheime Pfade durch die kalte Leere zwischen seiner Welt und der unseren verkehrte, um hilflose Menschen als Sklaven in seine Heimat zu verschleppen. Nun machte er Jagd auf Cirilla, deren Kräfte er sich zunutze machen wollte. Doch ein Hindernis stand ihm im Weg: Geralt von Riva.

Der Hexer hatte die schwarzhaarige Zauberin vor gut zwanzig Jahren zum ersten Mal gesehen. Ihre Freundschaft und Gefühle füreinander entstanden in einem gemeinsamen Abenteuer mit einem Genius und einem Wunsch, der Geralt gewährt wurde - und der ihr Schicksal unzertrennlich miteinander verband. Seit dieser Zeit erlebten sie eine ziemlich stürmische Beziehung - mit vielen Höhen und Tiefen, Krisen und Trennungen. Geralts und Yennefers Liebe scheint der Beweis dafür zu sein, dass sich Gegensätze anziehen. Vor einigen Jahren waren die beiden nach langer Trennung mit vielen Abenteuern wieder zusammengekommen. Ihre Zweisamkeit wurde jedoch durch die Wilde Jagd gestört, die Yennefer gefangen nahm. Der Hexer brach sofort zu ihrer Rettung auf, verlor dabei aber seine Erinnerung. Als er sein Gedächtnis wiedererlangt hatte, machte er sich sofort erneut auf die Suche nach seiner geliebten Zauberin.

Geralt erhielt die Aufgabe, Vlodimir von Everec zu finden und ihm die Sause seines Lebens zu verschaffen. Das wäre nicht weiter bemerkenswert gewesen, doch Vlodimir war schon seit vielen Jahren tot. Der geheimnisvolle Spiegelmeister hielt das freilich für kein großes Hindernis. Er gab Geralt eine Phiole mit von-Everec-Blut und verriet ihm die Beschwörungsformel, mit der er Vlodimir aus dem Grab rufen konnte. Der Hexer begab sich also zur Familienkrypta derer von Everec und suchte das Grab des jüngeren Bruders.

Es gibt alte Bekannte, die sieht man nach Jahren wieder und bekommt sofort Kopfweh - und zwar nicht aus Abneigung, sondern als somatische Vorwegnahme des Katers, welcher dem feucht-fröhlichen Wiedersehen mit Sicherheit folgt. Andere alte Bekannte dagegen lassen einem den Rücken jucken und wünschen, nach dem Schwert zu greifen. Für Geralt gehörte Letho von Gulet zu beiden Kategorien. Der abtrünnige Hexer von der Vipernschule hatte das Blut von mindestens zwei Königen des Nordens an den Händen. Dies war das Ergebnis seiner Zusammenarbeit mit Emhyr var Emreis, dem Kaiser von Nilfgaard. Dieser Verbrechen war Geralt beschuldigt worden, und er hatte Letho stellen müssen, um seinen eigenen Namen reinzuwaschen. Obwohl sie aus der finalen Konfrontation in den Ruinen von Loc Muinne beide unversehrt hervorgegangen waren, hatte Geralt nicht mit einem Wiedersehen gerechnet. So war es eine große Überraschung, als er irgendwo im kriegsversehrten temerischen Grenzland in einer Scheune auf Letho stieß.

Bart, der Troll, der Dijkstras Schatz bewachte, hätte das Beispiel für den neuesten Schrei unter den Reichen Novigrads schlechthin sein können: ein Trend, dem alle verfallen waren, von den Bankiers über die Händler bis hin zu den verbrecherischen Herrschern der Unterwelt. Diese äußerst gefragten Wächter zeichneten sich nicht nur durch ihre grenzenlose Treue, sondern auch durch ihre Größe, Ausdauer und körperliche Kraft aus. Ein gut entwickelter Verstand schien bei einem Wächter nicht notwendig, sondern eher hinderlich zu sein. Offen gesagt, sollte ein guter Wachmann über so wenig Grips verfügen, dass er nicht auf die Idee kommt, seinen Herrn zu hintergehen. Aus diesem Grund waren Trolle, Oger und zu guter Letzt auch magische Kreuzungen für solche Dienste sehr gefragt.

Wenige Jarls auf Skellige genossen solches Ansehen wie Donar an Hindar, der älteste von ihnen. Trotz seines fortgeschrittenen Alters fungierte er als aktiver Anführer seines Clans und als dessen Repräsentant bei allen offiziellen Versammlungen. Nur Lugos der Irre, dessen Clan sich schon lange mit dem an Hindars in den Haaren lag, konnte ihn aus der Fassung bringen. Donars Heimat war wie der Tempel der Freya auf Hindarsfjall. Wie es einem Nachbarn der Götter zukommt, war Donar für seine klugen und bedachten Ansichten sowie für seine Frömmigkeit bekannt. Diese Frömmigkeit erstreckte sich allerdings nicht auf die Götter des Festlands, deren üppige Heiligtümer er in seiner Jugend häufig geplündert hatte.

Angesichts des Bruderzwists beschloss Geralt, sich auf die Seite seines Partners Ewald zu schlagen. Gemeinsam schafften sie es, Horst und seine Wächter zu besiegen. Ewald dankte es Geralt auf die schlimmste Art: Er versuchte, den Hexer zu betrügen und Maximilians Haus selbst zu behalten. Zum Glück behielt Geralt einen klaren Kopf und brachte Ewald nicht um, sondern machte einen Vorschlag, den beide Seiten akzeptabel fanden. Danach trennten sich ihre Wege. Ewald behielt sein Familienvermögen, und Geralt folgte seinen Hexerwegen.

Milton de Peyrac-Peyran war ein Baron aus Toussaint und gehörte zu Anna Henriettas innerem Kreis von Rittern. Der gutmütige Adlige verschmähte kein Bankett und keinen Kampf gegen noch so schwer bewaffnete Banditen. Geralt war Milton schon vor Jahren begegnet, und zwar unter Umständen, die so bizarr waren, dass sie ihre eigene ausführliche Erzählung verdienen. Nun kreuzten sich ihre Wege erneut, denn Milton kam als Gesandter der Herzogin zum Hexer, um ihn nach Toussaint zu bitten.

Die wenigsten können die Freundschaft erahnen, die mich nun seit einem Vierteljahrhundert mit Geralt von Riva verbindet. Als wir das erste Mal gemeinsam gegen das Böse zu Werke gingen, behaupteten böse Zungen, dass er mich besser hätte ausrauben, aufschlitzen und in einem hohlen Baumstumpf zurücklassen sollen, da sonst sicherlich irgendwann ein anderer dasselbe mit uns machen würde. Doch diese Zungen sprachen nur aus reiner Eifersucht, denn Geralt war mein bester Freund, was er bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder unter Beweis stellte. Ich könnte eine Menge über diesen weltbekannten Monsterjäger sagen, jenen Mann, der in der Älteren Rede unter dem Namen Gwynbleidd und in der jüngeren, obgleich nicht weniger noblen, als der Weiße Wolf bekannt ist. Geralt von Riva ist ein wahrhaft außergewöhnlicher Mann. Wer ihn nur flüchtig kennt, mag ihn für einen einfachen Schwertkämpfer, einen Monsterschlächter, einen wilden Kerl halten, der ein dreckiges Handwerk verrichtet - aber auf den zweiten Blick ist er ein Mann, der ungeahnte Tiefe besitzt, einzigartige Ansichten vertritt und über einen gewaltigen Erfahrungsschatz verfügt. An der Oberfläche wirkt er zurückgezogen und wortkarg - manche würden ihn sogar unwirsch nennen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein gewaltiges Meer an Güte, Humor und ehrlicher Bereitschaft, seinen Freunden zu helfen, sei es durch einen guten Rat oder die meisterliche Beherrschung seiner Klinge. Mögen sein Erscheinungsbild auch schroff und seine Manieren bisweilen auch ungepflegt sein, beim sanften Geschlecht findet er dennoch großen Anklang. Er ist, um es kurz zu machen, ein lebender Widerspruch. Es ist sicherlich keine Übertreibung, wenn ich sage, dass ich seine Geschichte besser kenne als jeder andere. Ich habe mit ihm gute und schlechte Zeiten durchlebt, ihm mit weisem Rat und geschickter Tat zur Seite gestanden. So bin ich zu einem entscheidenden Teil seiner Geschichte geworden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Daher sehe ich es als meine Pflicht an, meine Chronik fortzuführen und seine Taten und Abenteuer zum Wohle zukünftiger Generationen niederzuschreiben.

Wir lernten Joachim von Gratz, Chefchirurg am Vilmerius-Hospital, unter sehr unglücklichen Umständen kennen. Meine Priscilla war angegriffen worden, und er leistete ihr medizinische Hilfe. Ich war so außer mir, dass ich mich kaum noch an unsere erste Begegnung erinnern kann - nur daran, dass er ein besonnener Arzt war, der viel über die Morde, die sich ereignet hatten, zu wissen schien und seine Hilfe bei den Nachforschungen anbot.

Meiner bescheidenen Ansicht nach kann man aus tierischen Innereien allenfalls den parasitären Befallszustand des Tieres erfahren. Hjort allerdings hielt wie viele Druiden auf Skellige große Stücke auf Haruspizien und Chiromantie - und auch auf Oneiromantie, was jedoch angesichts der Tatsache verständlich ist, dass Träume der Königsweg zur Seele sind. Angeblich genoss er großen Respekt unter seinen Kollegen, da er schon mehr als einmal die Zukunft korrekt vorausgesagt und die Bedeutung verworrener Träume richtig interpretiert hatte. Der Druide war dem Clan Brokvar von ganzem Herzen ergeben. Diesem war er dank seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ein exzellenter Berater, und Udalryk an Brokvar, der Jarl von Spikeroog, setzte großes Vertrauen in ihn.

In Skellige hatte Geralt endlich die Gelegenheit, Cerys an Craite kennenzulernen, das jüngere von Crachs Kindern. Von ihren engen Freunden Sperber genannt, war sie ebenso stark, zäh und auch gewandt, wie es dieser Name vermuten ließ. Cerys war eine Inselbewohnerin durch und durch und das Ebenbild ihres Vaters, denn sie hatte nicht nur seinen Mut und seine Entschlossenheit, sondern auch seine Sturheit geerbt. Furchtlos und zielstrebig wollte sie bei jeder Gelegenheit zeigen, dass es nichts gab, was sie nicht besser als jeder andere auf den Inseln bewerkstelligen konnte - einschließlich und insbesonders ihres älteren Bruders Hjalmar.

Die vollständige Liste von Margarita Laux-Antilles herausragenden mentalen, spirituellen und physischen Attributen würde einen ganzen Pergamentstapel verschlingen. Rita, wie sie von ihren Freunden genannt wurde, war einst Rektorin der Aretusa, der Akademie für Zauberinnen auf der Insel Thanedd gewesen - dieselbe Schule, die einst ihre berühmte Vorfahrin Ilona Laux-Antille besuchte. Margarita hatte keinerlei Interesse an Politik, was für eine Person ihres Standes sehr ungewöhnlich war: Der Loge der Zauberinnen war sie lediglich zum Wohl ihrer Schule beigetreten. Am Ende darf ihre Schönheit allerdings nicht unerwähnt bleiben. Angeblich reichten nicht einmal Marmorfiguren von Göttinnen und Nymphen, die von den begabtesten Bildhauern geschaffen wurden, an die Schönheit der Zauberin heran.

Die Person, die sich als Sigi Reuven ausgab, war kein geringerer als Sigismund Dijkstra, der ehemalige Kopf der Spezialverbände Redaniens und ein Mann, mit dem Geralt und ich in der Vergangenheit viel zu tun gehabt hatten. Er war bei König Radovid in Ungnade gefallen und viele Jahre lang hatte man nichts von ihm gehört. Schließlich war er aus den Schatten aufgetaucht, doch statt sich in die hohen politischen Machenschaften einzumischen, begab er sich tief in den kriminellen Untergrund - und tauchte sehr schnell wieder als einer der führenden Persönlichkeiten auf.

Wenige Namen in der Geschichte des Festlands verbreiten so viel Angst und Schrecken wie der von Emhyr var Emreis, Deithwen Addan yn Carn aep Mrovudd - die Weiße Flamme, die auf den Grabhügeln der Feinde tanzt, Kaiser von Nilfgaard, Herr von Metinna, Ebbing und Gemmera, Souverän von Nazair und Vicovaro, Herrscher der zivilisierten Welt und bestrebt, auch die andere Hälfte zu erobern. Er war einer derjenigen, dessen Taten und Entscheidungen die Schicksale ganzer Königreiche und ihrer Bewohner geprägt haben. Was würde er wohl von einem einfachen Hexer erwarten?

Schon häufiger hatte sich Geralt in einer Situation wiedergefunden, in der er den Tod einer Person nicht verhindern konnte - man könnte sogar behaupten, er hätte sich an diese Art von Qual gewöhnt. Allerdings ist es etwas völlig anderes, die ungerechtfertigte Hinrichtung einer lieben Freundin mit ansehen zu müssen. Solch ein Schicksal wurde Felicitas Cori zuteil, einer jungen Zauberin, die Geralt während seiner Zeit in Loc Muinne getroffen hatte. Obwohl sich ihm nur wenige Gelegenheiten boten, sie kennenzulernen, hatte Geralt die ehemalige Schülerin von Philippa Eilhart in sein Herz geschlossen. In seinen Augen war sie eine liebenswerte und unternehmungslustige junge Frau. Aber sie gehörte zu denjenigen, die mit Magie zu tun hatten, war ein Mitglied der am meisten verhassten Schwesternschaft der Zauberinnen und fand deshalb auf dem Scheiterhaufen den Tod.

Die Muhmen von Velen waren nicht nur betagt, sie waren uralt. Sie hatten die Tage der ersten Menschenkönige gesehen, vielleicht sogar die Ankunft der Elfen. Die Flüsterin war unter den grässlichen Schwestern die älteste, jedenfalls behaupteten das die Legenden, die sich die Sumpfbewohner leise erzählten. Leise, denn sonst hörte die Muhme sie ... und sie verlangte Tribut in Form menschlicher Ohren, die sie dann an Bäumen befestigte und benutzte, um mit Hilfe urtümlicher Magie alle Ereignisse im Sumpf zu belauschen.

Wir beide, Geralt und ich, kannten Sheala de Tancarville, die Einsiedlerin von Kovir und einstmals stolzes Mitglied der Loge der Zauberinnen. Sie versuchte früher, die Welt mithilfe von Verschwörungen, Überredungskünsten und Zauberei nach ihren Vorstellungen zu formen. Sheala sagte immer, sie würde nur zum Wohle der Magie und der Menschheit handeln, trotzdem klebte das Blut vieler Menschen an ihren Händen - auch das von Königen, die ihren Zielen im Weg standen. Sie wirkte an vielen Verschwörungen und Intrigen mit, in denen der Hexer häufig die Rolle eines unfreiwilligen Komplizen, eines Hindernisses oder eines beiläufigen Opfers spielte. Deshalb konnte man die früheren Zusammentreffen mit der Zauberin bestenfalls als stürmisch bezeichnen. Bei mindestens einem davon hatte Geralt Sheala das Leben gerettet, doch das hieß noch lange nicht, dass er sie besonders mochte. Wie dem auch sei: Der Anblick der gefolterten und verstümmelten Zauberin in König Radovids Kerker ließ im kalten Herzen des Hexers Trauer und Mitgefühl aufsteigen.

König Bran von Skellige lebte ein langes, ereignisreiches Leben. Als er schließlich spürte, dass er hinfällig wurde, ging er nur mit einem Messer bewaffnet in den Wald, um Bären zu jagen. Und so endete seine Herrschaft. Bran wird als ehrenhafter, respektierter König erinnert, auch wenn sich ehedem manche beschwerten, dass Bran lieber auf Beutefahrt ging, als sich um die Probleme der Inseln zu kümmern, und dass er die Zunge seiner Frau zu schlecht in Zaum hielt. Einige sahen gar einen Zusammenhang und meinten, Bran ziehe die Schlachten auf dem Festland denen zu Hause vor.

Geralt und ich kannten den Doppler Dudu seit Jahren. Wir kannten ihn sogar schon, bevor wir ihn tatsächlich getroffen hatten. Wir hatten nämlich nichtsahnend mit ihm gesprochen, als er in Novigrad die Gestalt von Dainty Biberveldt angenommen hatte, ebenfalls ein Freund von mir. Dudu tat, als wäre er Dainty, um das Kontaktnetzwerk des Kaufmanns für seine eigenen Geschäftszwecke zu nutzen. Dainty war zunächst erbost darüber, den Hochstapler nicht finden zu können, der Schindluder mit seinen Geschäften getrieben hatte, doch als Dudus Investitionen anfingen, ansehnliche Früchte zu tragen, änderte sich der Tonfall des Halblings. Er und der Doppler wurden Partner und er stellte ihn allgemein als seinen Cousin Dudu Biberveldt vor.

Vivienne de Tabris war eine Hofdame Herzogin Anna Henriettas. Sie war geheimnisvoll, distanziert und schweigsam, doch ihre Schönheit faszinierte die Männer. Den Beweis dafür erhielt Geralt, als er einen Auftrag von Guillaume annahm, der Vivienne liebte und glaubte, sie leide unter einem Fluch. Geralt musste am Ritterturnier teilnehmen, um eine Audienz bei ihr zu erhalten, denn die Hofdame war die Schirmherrin der Veranstaltung.

Es stellte sich heraus, dass Geralt nicht als Einziger nach Cirilla suchte. Ein geheimnisvoller Elfenmagier war ihr ebenfalls auf der Spur. Wie der Hexer hatte auch er mit Keira Metz gesprochen, um Ciris Aufenthaltsort zu erfahren, und hatte ihr dabei verraten, dass er einen Unterschlupf in den Ruinen unweit des Dorfes Mittelhain besaß.

Ich weiß bis heute nicht, was Geralt dazu brachte, jenen Auftrag von Olgierd von Everec anzunehmen. Die berüchtigte Hexerneugier? Eine erschreckend leichte Börse? Vielleicht noch ruchlosere Kräfte ... Wie auch immer, Geralt beschloss, den berüchtigten Edelmann aufzusuchen und sich um die Belohnung zu bemühen, die auf das Monster in der Kanalisation ausgesetzt war. Der Hexer erkannte sofort, dass Olgierd ein ganz spezieller Charakter war. Er führte einen formlosen Trupp an, der den Boden anbetete, über welchen er zu wandeln geruht hatte. Olgierd unterschied sich dabei deutlich von seinen Truppmitgliedern. Er war ein gebildeter Kunstliebhaber und Anhänger eines gewissen Adelskodexes. Und da war auch noch etwas Undefinierbares an dem Mann - etwas, das der Hexer Jahre später als "Leere, die danach schreit, ausgefüllt zu werden" bezeichnen würde.

Tamara, die Tochter des Barons, war mit ihrer Mutter bereits einige Zeit vor Geralts Ankunft in Krähenfels verschwunden. Der Baron beschrieb sie als bezauberndes junges Mädchen von neunzehn Sommern und als seinen Augapfel. Kein Wunder also, dass der Herr von Krähenfels sie unbedingt finden wollte.

Die freie Stadt Novigrad hatte sich seit nahezu zweihundert Jahren nicht mehr unter der Herrschaft eines Königs befunden - und Francis Bedlam hatte sicherlich genau daran gedacht, als er sich selbst zum Bettlerkönig ernannte. Dieser Titel verhöhnte den Prunk aller gekrönten Häupter, stahl aber selbst auch etwas von diesem Prunk. Bedlam war ein pragmatischer Mann, eine Eigenschaft, die ihm in seinem Beruf sehr zugute kam - er unterhielt ein Netzwerk aus Dieben, Bettlern, Herumtreibern und Gassenjungen, die sich überall in der Stadt aufhielten. Seine Kontakte versorgten ihn mit dem neuesten Gerede und den besten Informationen - und der Anteil, den er vom Einkommen seiner "Untertanen" erhielt, sorgte dafür, dass er in der Stinkenden Hecke nach wie vor "Hof" halten konnte.

Geralt war in die Oxenfurter Kanalisation vorgedrungen, um ein grässliches Monster zu erlegen - entsprechend staunte er, in den dumpfen, schleimigen Tunneln auf seine alte Freundin Shani zu stoßen. Geralt und ich hatten diese außergewöhnliche junge Frau einige Jahre zuvor noch als unbedarfte Studentin kennengelernt. Inzwischen hatte sie sich zu einer fähigen Ärztin und furchtlosen Feldsanitäterin der redanischen Armee gemausert. Im Rahmen ihrer militärischen Funktion war sie mit einer Eskorte in die Kanalisation hinabgestiegen, um eine Probe des Gifts zu nehmen, das von jener Monstrosität dort abgesondert wurde. Geralt, Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle, bot an, Shani zu helfen.

Der Nilfgaarder Tavar Eggebracht entstammte einer Familie mit langer militärischer Tradition. Seine Vorfahren hatten bei der Eroberung von Maecht, Geso und Metinna stolz unter dem Banner der Goldenen Sonne gedient, sie hatten für ihren Kaiser gekämpft und waren für ihn gestorben. Das letztere Schicksal hatte Tavars Vetter ereilt: Oberst Tibor Eggebracht, der im letzten Nordlandkrieg bei der Schlacht von Brenna gefallen war. Tavar hasste die Nordlinge dennoch nicht. Er betrachtete den Tod seines Cousins als bedauernswerte, doch unausweichliche Kriegsfolge. Seinen Pflichten als Quartiermeister kam er gewissenhaft nach und hatte stets das Beste für seine Soldaten im Sinn.

Imlerith, Kommandant der Wilden Jagd und häufige Gestalt in Geralts Albträumen, hatte Ciri bereits seit einiger Zeit verfolgt, um sie zu seinem Herrscher Eredin zu bringen. Dieser mächtige und brutale Krieger hatte an den unzähligen Kämpfen und Feldzügen teilgenommen, den die Aen Elle gegen andere Welten führten. Er schätzte die unmittelbare Konfrontation über alles und provozierte immer wieder Scharmützel, in denen die Gegner ihre Stärke, ihre Geschicklichkeit und ihr Können in einem Kampf auf Leben und Tod messen mussten.

Oneiromantie, die Kunst des Lesens der Vergangenheit und der Zukunft in den Träumen, ist selbst für eine gut ausgebildete Zauberin nur schwer zu meistern. Diejenigen, die mit diesem Talent geboren werden, beherrschen diese Kunst ohne besondere Ausbildung. Corinne Tilly gehörte zu den Letzteren und ihr Ruf als Träumerin, wie diese Wahrsager auch genannt werden, war sehr weit verbreitet.

Vesemir war das älteste lebende Mitglied der Wolfsschule und aller Wahrscheinlichkeit nach auch der älteste Hexer des gesamten Festlands. Und obgleich er nicht müde wurde, seit dem Untergang von Kaer Morhen über seine alten Knochen zu lamentieren, verschwendete dieser Meister des Hexerhandwerks niemals auch nur einen einzigen Gedanken daran, sich zur wohlverdienten Ruhe zu setzen. Mit grauen Haaren, doch immer noch rüstig, lehrte er die Kunst der Monsterjagd auch in seinen goldenen Jahren weiter - mit großem Erfolg, denn er hatte sicherlich mehr Monster zu Gesicht bekommen, als alle seine Schüler zusammen. In Geralts Jugend noch ein strenger und fordernder Lehrer, war Vesemir mit den Jahren mehr und mehr zu einem Adoptivvater und Mentor seiner Schüler geworden - allzeit bereit, ihnen mit einem weisen Rat und ruhiger Hand zur Seite zu stehen.

Zu den Personen, die Geralt am Hof von Beauclair kennenlernte, gehörte auch Damien de la Tour, Hauptmann der Herzogswache. Er war der Herzogin absolut und bedingungslos ("gedankenlos" wäre vielleicht ungerecht, doch nicht ganz abwegig) ergeben und betete den Boden an, über den sie gewandelt war. Meiner unmaßgeblichen persönlichen Meinung nach, war er ihr mit Haut und Haar verfallen. Er benahm sich wie ein typischer Soldat, wie ein dickschädeliger Lakai, der bei Geralts Anblick nichts Wichtigeres zu tun hatte, als den Hexer zum Vergleich gewisser Körperteile zu fordern. Geralt nahm die Herausforderung gelassen an und hatte sich flugs einen weiteren Feind gemacht.

Geralt interpretierte eine meiner Notizen irrtümlich als Indiz, dass Elihal und ich ein Paar gewesen waren. Natürlich wäre jeder stolz, diesen herausragenden Elfen, wunderbaren Konversationspartner und superben Schneider zu seinen Eroberungen zählen zu dürfen, doch wir hatten nichts weiter als Freundschaft und guten Wein geteilt. Dies erfuhr Geralt, als er Elihals Schneiderei aufsuchte. Er konnte außerdem einen Blick auf das ungewöhnliche Hobby des Elfen werfen: das Annehmen von Kleidung und Benehmen derer, die einem anderen Volk, Geschlecht und sozialen Status angehörten als er.

Einem Witz nach, der in den Seitengassen und schäbigen Tavernen von Novigrad zu hören war, sollte der Zwerg Carlo Varese, der zu den vier großen Sternen am Verbrecherhimmel zählte, auf seine eigene Art und Weise ein großer Verfechter des Zusammenlebens unterschiedlicher Völker sein. Allerdings wandte er dieses Prinzip nur sehr ausgewählt an. Hacker war der Ansicht, als angepasster Bürger der Stadt jedes Recht zu haben, seine eigenen Geschäfte zu führen. Jeder, der ein Problem damit hatte, wie er sein Geschäft führte oder welche Geschäfte er machte, sei es Zwerg, Mensch oder Halbling, war in seinen Augen ein verabscheuenswerter Rassist. Und was macht man mit solchem Abschaum? An die immer hungrigen Schweine verfüttern, nachdem er ihre Finger mit einem Hackmesser abgetrennt hat - daher auch sein Spitzname. Solche Geschichten mögen vielleicht nur Gerüchte oder üble Nachrede sein - aber nur sehr wenige hatten bisher den Mut, ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Die Weberin mochte die jüngste der drei Muhmen sein, doch war sie keinen Deut weniger böse oder hässlich als ihre großen Schwestern. Sie war diejenige, welche die magischen Wandteppiche aus Menschenhaar wob, das die Muhmen den Dörflern in der Nähe als Tribut abnahmen - zum Teil in "Schneidezeremonien" bei kleinen Kindern. Über diese Wandteppiche beteten die Gläubigen die Herrinnen des Waldes als Gottheiten an und zollten ihnen Tribut.

Viele tapfere Recken folgten Hjalmars Aufruf, mit ihm auszuziehen, um Undvik vom Eisriesen zurückzuerobern. Unter ihnen war auch Ulfs Sohn Folan, Hjalmars treuer Schlachtgefährte und Freund von Kindesbeinen an. Folan gehörte zum Clan Tuirseach. Er war ein furchtloser Segler und unübertroffener Schütze, und natürlich zögerte er nicht, an diesem gefährlichen und damit potenziell ruhmreichen Abenteuer teilzunehmen. Doch das Abenteuer hätte schrecklich für ihn geendet, wäre Geralt nicht geistesgegenwärtig genug gewesen, einen Rätselwettbewerb zu gewinnen und ihn damit aus den Fängen hungriger Trolle zu befreien.

Der junge Halbjorn war der Neffe von Holger Schwarzhand, dem Jarl von Faroe und einer der Anwärter auf den Thron von Skellige. Trotz seiner jungen Jahren hatte er sich sowohl bei Plünderfahrten zum Festland als auch im Kampf gegen Monster in den gefährlichen Bereichen des Archipels schon einigen Ruhm erworben. Seine Taten hatten ihm genug Applaus, Berühmtheit und Reichtum eingebracht, dass er sich Chancen ausrechnen konnte, zum König gewählt zu werden.

Ciri traf unterwegs jede Menge Lügner, Gauner und Tunichtgute. Doch zum Glück begegnete sie auch einigen anständigen Leuten. Zu letzteren gehörte Skjall, ein junger Krieger aus Lofoten. Er und seine Familie kümmerten sich um Ciris Wunden und dann half er Ciri, der Wilden Jagd zu entkommen. Dabei opferte er das, was Skelligern am teuersten ist: seine Ehre. Er wurde als Feigling verunglimpft und musste eine Heldentat vollbringen, um seinen Namen wieder reinzuwaschen. Doch bevor es dazu kam, wurde er leider von einer Bestie in einem verlassenen Garten tödlich verwundet, und so starb er einen langsamen, schmerzhaften und einsamen Tod.

Zwerg, Glücksritter, Veteran von Brenna, unerschütterlicher Optimist, überzeugter Altruist, Freund starker Getränke und rauer Lieder, meisterlicher Gwintspieler und vor allem treuer Freund von Geralt und mir - meine Damen und Herren, darf ich vorstellen: Zoltan Chivay. Wir freundeten uns vor vielen Jahren an, als Geralt und ich im vom Krieg gezeichneten Flussland auf Zoltan und seine Leute stießen. Seither hat das Schicksal oft dafür gesorgt, dass sich unsere Wege kreuzten, und schließlich wurden wir unzertrennliche Gefährten, die miteinander durch dick und dünn gehen. Zu Beginn unserer Geschichte hatten Zoltan und ich gemeinsam ein Geschäft gegründet - eine Taverne in Novigrad, die "Rosmarin und Thymian" hieß.

Nicht alle Ritter Toussaints waren der Inbegriff der Tugend. Müsste ich einen bestimmen, der den Idealen am ehesten entsprach, so fiele meine Wahl auf Palmerin de Launfal. Man muss ihn umso mehr bewundern, als er vor einigen Jahren den fleischlichen Lüsten noch in mannigfacher Weise gehuldigt hatte. Im Laufe der Zeit hatte er die Laster jedoch aufgegeben und sich dem ritterlichen Ideal angenähert. Dies bemerkte Geralt, als Palmerin ihn als Gesandter Anna Henriettas aufsuchte. Der altmodische, etwas naive Ritter machte einen guten Eindruck auf ihn. Auch wenn er Formalitäten und Protokoll eine Spur zu ernst nahm, war er doch kein aufgeblasener Wichtigtuer.

König Radovid von Redanien brauchte nicht lange, um sich als harter und unbarmherziger Herrscher zu erweisen, der vollkommen zurecht "der Gestrenge" genannt wurde. Sein Vater, König Vizimir, wurde ermordet, als Radovid noch ein Kind war, und seine Mutter, Hedwig von Malleore, und ein Regentenrat regierten an seiner statt. Doch schon bald riss der junge Radovid die Macht an sich und rächte sich an jenen, die ihn mit Missachtung gestraft hatten. Mögliche politische Gegner zwang er dazu, ihm die Treue zu schwören, oder ließ sie aus dem Weg räumen, wenn sie sich weigerten. Er erklärte nicht nur Nilfgaard den Krieg, sondern auch den Magiern, in denen er die Wurzel allen Übels sah. Und er versuchte alles, um die Kontrolle über die freie Stadt Novigrad zu erlangen, deren Flotte und Schatzkammer den Konflikt zu seinen Gunsten entscheiden konnten.

Horst Borsody, Besitzer des größten Auktionshauses im ganzen Norden, war ein blasierter Idiot. Er behandelte Geralt schon beim ersten Treffen von oben herab. Als er erfuhr, was den Hexer zu ihm gebracht hatte, ließ er ihn hinauswerfen und verprügeln. Es wäre folglich untertrieben zu sagen, diese Bekanntschaft hätte einen schlechten Start gehabt ...

Als Geralt und Keira Metz sich zum ersten Mal trafen, fiel sie ihm sprichwörtlich auf den Kopf. Es war beim berüchtigten Aufstand von Thanedd, als Keira aus einem Fenster geworfen wurde und mehr oder weniger auf dem Hexer landete. Ihre nächste Begegnung in den Sümpfen von Velen war auf andere Weise überraschend - in dieser grimmigen, unfruchtbaren Einöde war die Luxus liebende Zauberin die letzte Person, mit der Geralt gerechnet hatte. Der Hexer erfuhr den Grund von Keiras Anwesenheit erst später. Ihre Geschichte gab ihm reichlich über die grausamen Winkelzüge des Schicksals zu denken. Einst war sie die geschätzte Beraterin König Foltests gewesen, dann hatte sie jedoch sein Vertrauen verloren und war aus Temerien vertrieben worden. Später war sie zur Loge der Zauberinnen gestoßen, was ihr den Hass des redanischen und des nilfgaardischen Herrschers gleichermaßen eingebracht hatte. Daher war sie in den Untergrund gegangen und gab sich nun tief in der Provinz als weise Frau aus, als Dorfhexe sozusagen. Es war dabei offensichtlich, dass sie ihre Tarnung verabscheute.

Reinalds Geschichte ist eine tragische. Ein junger Hexer, der in den Anfangsjahren der Wolfsschule ausgebildet wurde, der voller Neugier und Hilfsbereitschaft aufbrach, um die Welt zu erkunden, und der letztendlich einen Auftrag annahm, den er nicht überleben würde. Reinald wurde von einem roten Miasma besessen und von eben jenen Priestern des Ewigen Feuers, die ihn angeheuert hatten, in den Minen der Teufelsgrube eingeschlossen, wo er jedoch unglaubliche Stärke bewies und dem Willen des Geistes widerstand. Er sperrte sich selbst und das Miasma in einer Salzhöhle ein, wo er verblieb, während seine Lebenskraft langsam in Dunkelheit und Trauer versickerte. Der Pestgeist sorgte dafür, dass der Körper des Hexers nicht starb, während Reinald sich an die langsam verblassende Hoffnung klammerte, dass sein geliebter Freund ihn eines Tages retten würde. Doch Tage wurden zu Wochen, zu Jahren, zu Jahrhunderten ...

Wenn diese Welt je einen Herrscher gekannt hat, dem die absolute Bewunderung seiner Untertanen ohne systematische Unterdrückung oder grausame Henker sicher war, so war es die Regentin von Toussaint: Herzogin Anna Henrietta. Von ihren Lieben wurde sie Anarietta genannt. Sie war die Witwe des vielbetrauerten Herzogs Raymund und die einstige Geliebte eines so hochberühmten wie begnadeten Künstlers, der es vorzieht, anonym zu bleiben. Vor einigen Jahren, als der Hexer mit einigen Freunden Toussaint besuchte, lernten er und Anna Henrietta einander kennen. Als später das mysteriöse Biest seine Überfälle auf Höflinge begann, wusste die Herzogin, wen sie zur Hilfe rufen konnte ...

Cyprian Wily der Jüngere war einer der gefährlichsten Kriminellen Novigrads. Er hatte die Kasinos, Faustkampfringe und Bordelle seines Vaters geerbt - zusammen mit dessen sadistischen Neigungen, der Brutalität und Skrupellosigkeit. Diese Wesenszüge hatten den Spitznamen "Hurensohn" zu so etwas wie einem Familienerbstück in diesem mächtigen Verbrecherclan gemacht.

Ein schweres Leben erwartet jene Kinder, die nicht aus dem Schatten ihrer Eltern treten können. Nach dem Tode seines Vaters und vielgeliebten Königs Bran wurde Svanrige formal Anführer des Clan Tuirseach, der über ein großes Territorium auf der Insel An Skellig gebot. Doch leider war der stille, zurückhaltende junge Mann offenbar fest an die Schürzenbänder seiner Mutter Birna geknotet, die all seine Handlungen zu kontrollieren trachtete. Bei einer so übermächtigen Fürsorgerin war es schwer vorstellbar, dass aus Svanrige jemals der fähige Anführer eines mächtigen Clans von Skellige werden konnte.

Geralts Aufenthalt im Auktionshaus endete mit einer Katastrophe. Er schaffte es nicht, irgendetwas über Maximilians Haus zu erfahren, und wurde auch noch unsanft hinausbefördert. Als er sich noch fragte, was als nächstes zu tun sei, sprach ihn ein Unbekannter an. Er stellte sich nicht vor, sagte nicht, woher er kam, woher er den Hexer kannte oder wie er ihn gefunden hatte. Er enthüllte lediglich, dass er Geralt behilflich sein konnte, in die Schatzkammer des Auktionshauses der Borsodys zu gelangen - ohne Erlaubnis des Eigentümers. Der Fremde schlug ein Treffen an einem ruhigen Ort vor, um seinen Plan ausführlicher darlegen zu können.

Morvran Voorhis war Kommandant der Division Alba, Offizier mit höchstem Rang und reinrassiger Aristokrat. Er konnte sich mit Stolz als Nilfgaarder bezeichnen, was lediglich Personen zusteht, die in der Hauptstadt des Kaiserreichs oder in deren unmittelbarer Umgebung geboren wurden. Zum Zeitpunkt ihrer ersten Begegnung wusste Geralt nicht, was für eine wichtige Person die Aufgabe hatte, "ihm ein paar Routinefragen zu stellen". Wer allerdings den Hexer kennt, weiß, dass das Wissen um den Rang und Status von Morvran keinen großen Unterschied gemacht hätte.

Graden war einer der Hexenjäger im Dienste König Radovids. Anders als ein Großteil seiner Kameraden schien er besonnen zu sein und keine Vorurteile zu haben, zumindest was seinen Umgang mit Hexern betraf.

In jenen Tagen erfüllten Verfolgung und der beißende Rauch hunderter von Scheiterhaufen die Luft von Novigrad. Dieses unwirtliche Klima bot vielen blutrünstigen Mördern die Möglichkeit, sich behaglich niederzulassen. Angezettelte Verschwörungen, Massenverhaftungen und Schauprozesse, die zu Gruppenhinrichtungen führten, waren die beliebtesten Mittel dafür. Caleb Menge, der fanatische und ehrgeizige Anführer der Tempelwache des Ewigen Feuers, war ein solcher Opportunist und sein Augenblick des Triumphs war gekommen, als er seinen Vorgesetzten Chappelle als Doppler entlarvte. Geralt sah Menge zum ersten Mal, als dieser den Scheiterhaufen von Chappelle auf dem Marktplatz von Novigrad anzündete, und hatte keinerlei Zweifel, dass die Bezeichnung "fanatischer Hurenbock" für diesen Mann viel zu milde war.

Nach dem Tode Guthlafs, dem geschätzten Seneschall der Jarls der an Craite, wurde ein Teil seiner Pflichten von Arnvald, dem Mundschenk des Jarls, übernommen. Dieser ältere Skelliger besaß zwar nicht die weitreichende Autorität seines Vorgängers, dennoch gelang es ihm innerhalb weniger Jahre, sich unersetzlich zu machen. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckte sich nicht nur auf die Vorratskammern und Weinkeller Kaer Troldes, sondern auch auf das leibliche Wohl der Festungsbewohner sowie der Gäste, die bei Festen und sonstigen wichtigen Ereignissen zugegen waren.

Der Erstgeborene und Alleinerbe von Lugos dem Irren war ein missmutiger, bärenstarker junger Kerl, der seinem Vater kein bisschen ähnelte. Sein Spitzname stammte aus Kinderzeiten, als er oft voller blauer Flecken gewesen war, die angeblich von den wilden Kinderspielen auf Skellige stammten. Andere hatten allerdings geargwöhnt, dass sie Spuren von Gürtel, Rute oder Fäusten des Vaters gewesen waren. Angeblich hatte Lugos Senior unbedingt verhindern wollen, dass sein einziges Kind missriet, und es deswegen für jedes Missgeschick und jeden Fehler unbarmherzig bestraft.

Lugos der Irre, Jarl des Clan Drummond, war nicht besonders groß oder stark, doch die meisten Männer auf den Inseln traten trotzdem zur Seite, wenn sie ihn kommen sahen. Lugos war in endlose Fehden mit seinen Nachbarn verwickelt. Sein aufbrausendes, grausames Temperament war berüchtigt, und er brachte es fertig, sich sogar mit dem friedfertigen Donar an Hindar anzubrüllen. Der größte Rivale von Lugos war Crach an Craite. Diesen beschuldigte er, ihm einen Teil des Territoriums gestohlen zu haben, das sich aus seiner Sicht über ganz Ard Skellig erstreckte. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Clans währte nun schon Jahrhunderte, und ein Ende war nicht in Sicht, solange diese beiden wüsten Feinde lebten. Lugos hasste Crach leidenschaftlich, und nur die Gesetze von Skellige sowie das Ungleichgewicht der Macht beider Clans konnten ihn bremsen.

Ich habe es immer als besondere Ehre empfunden, Triss Merigold von Maribor zu meinen besten und liebsten Freunden zählen zu dürfen. Diese außerordentlich talentierte Zauberin war ein strahlender Stern in ihrem Berufsstand, die ehemalige Hofberaterin von König Foltest und die berühmte Heldin der Schlacht von Sodden, bekannt als die Vierzehnte des Berges. Trotzdem hatte sie mit ihren häufig hochmütigen magischen Schwestern nicht viel gemein. Mit ihrem flinken Verstand, ihrem warmen Lächeln und ihrem großen Charme konnte sie selbst die kühlsten Herzen für sich gewinnen. Obwohl meine Beziehung zu Triss rein brüderlicher Natur war, konnte Geralt von Riva ihrem Reiz einst nicht widerstehen. Seit diesem Zeitpunkt waren die beiden durch Gefühle verbunden, die weitaus tiefer gingen als die einer flüchtigen Liebelei.

Bei seinem Besuch in Krähenfels traf Geralt Anna Strenger nicht an, die Frau des Blutigen Barons. Sie war ebenso wie seine Tochter Tamara einige Zeit vor der Ankunft des Hexers unter unklaren Umständen verschwunden. Geralt erhielt jedoch eine ausführliche Beschreibung der Vermissten. Anna war eine gutaussehende Mittvierzigerin mit grünen Augen und rabenschwarzem Haar, das sie in einem straffen Knoten trug.

Kaiser Emhyr hatte die Magier Nilfgaards einst vor eine schlichte Wahl gestellt: Entweder dienten sie ihrem Land, ohne Fragen zu stellen, oder sie starben im Kerker. Fringilla Vigo, eine fähige Zauberin, die im Vasallenherzogtum Toussaint ansässig war, verweigerte diese Wahl und trat stattdessen der berüchtigten Zauberinnenloge bei, die sich zum Ziel gesetzt hatte, den Diktaten von Kaisern und Königen die Stirn zu bieten. Diese kühnen Ambitionen blieben jedoch unerfüllt, und Fringilla Vigo lebte in Angst, dass ihre Verbindungen zu der subversiven Organisation entdeckt werden und die Henker des Kaisers ihr ein rasches Ende bereiten würden. Hier muss erwähnt werden, dass Geralt Fringilla vor vielen Jahren im Palast des Herzogs in Beauclair kennengelernt hatte, als wir dort die Gastfreundschaft meiner einstigen Liebe genossen, der Herzogin Anna Henrietta. Der Hexer, der immer eine Schwäche für Zauberinnen gehabt hatte, begann mit Madame Vigo ein überaus lebhaftes Verhältnis, das sicherlich weder Triss noch Yennefer zur Freude gereichte.

Der Flüsterhügel. Wäre die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie sie sein sollte, würde dieser Name auf versteckte Schlupfwinkel und Liebende hindeuten, die sich mit leisen Stimmen tief empfundene Lügen zuflüstern. Stattdessen stand er für Gefahr und Schrecken. Ein Ort, an dem wilde Tiere, von einer geheimnisvollen Macht angetrieben, viele Bewohner von Niederwirr getötet hatten. Geralt erklärte sich bereit, dem Problem auf den Grund zu gehen, und fand schnell heraus, dass diese Tiere von einem Geist gelenkt wurden, der in einem Baum auf dem Flüsterhügel gefangen war. Der Geist sprach mit der Stimme einer Frau zu ihm und behauptete, einst eine Druidin gewesen zu sein, die über den Hain von Velen gewacht hatte, bis sie von den Muhmen ermordet und im Baum festgehalten wurde. Die Kräfte der Natur, der sie einst gedient hatte, schützten sie vor den Plänen der dämonischen Schwestern. Die bedauernswerten Dorfbewohner waren leider ebenfalls umgekommen, da der Zorn der Natur, wie der Geist erklärte, nicht zwischen unachtsamen Unschuldigen und unerwünschten Bösewichten unterscheiden konnte. Der Geist der Frau flehte Geralt an, den Fluch zu brechen und sie von allen Qualen zu erlösen. Im Gegenzug für seine Hilfe versprach sie, die Waisen von der Lichtung im Sumpf zu retten, da diese durch die Muhmen sonst einen qualvollen Tod finden würden.

Vernon Roche war Kommandant der temerischen Spezialkräfte, der Eliteeinheit "Blaue Streifen", und als solcher einer der zuverlässigsten Untergebenen König Foltests. Immer wieder hatte er seine Loyalität, Effizienz und Professionalität bewiesen. Mit seinen Fähigkeiten, Rebellionen niederzuwerfen, Nilfgaarder zu bekämpfen oder Scoia'tael-Banden den Garaus zu machen, hatten sich nur wenige messen können. Zu Beginn unserer Geschichte hatte er jedoch König, Männer und Heimat verloren, und er führte einen Partisanenkrieg gegen die überwältigende Übermacht der Besatzer.

Geralt brauchte jemanden, der die glatte Turmwand des Auktionshauses erklettern konnte. Zu den Wenigen, die das vermochten, gehörte Hugo Hoff alias "Bulette" - ein Halbling, der schon zahllose Einbrüche und Raubzüge auf dem Kerbholz hatte. Geralt sollte in Oxenfurt nach Bulette suchen, jener von Studenten und Kriminellen bevorzugten Stadt ...

Guillaume de Launfal war der Inbegriff eines Ritters - sozusagen das reinste Werbeplakat für Toussaint. Als Geralt den jungen Mann zum ersten Mal traf, stürmte dieser gerade gegen eine Windmühle an ... zugegeben, sie verdeckte einen wilden Riesen.
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